Upre Kethane!

Gemeinsam gestartet: Rückblick auf unsere Auftaktveranstaltung

Zwei Tage voller Gespräche, Begegnungen, Musik, Kunst und gemeinsamer Ideen liegen hinter uns. Am 5. und 6. Oktober kamen mehr als 100 Menschen im Theater im Delphi in Berlin zusammen, um den Start der ersten bundesweiten „Upre Kethane! – Aktionswochen Sinti Roma“ zu feiern und gemeinsam auf die kommenden Wochen zu schauen.

Vertreter*innen der 26 geförderten Projekte aus ganz Deutschland, Mitglieder des Beirats sowie Gäste aus Sinti- und Roma-Communitys, Zivilgesellschaft, Politik und Kultur kamen zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei eine Frage: Wie können die Aktionswochen Räume für Begegnung, Kultur, Austausch und selbstbestimmte Perspektiven schaffen – und wie können wir diese Arbeit gemeinsam weiterentwickeln?

 

Zwei Tage für Austausch und Vernetzung

Nach der Begrüßung von Ajriz Bekirovski, dem Vorstandsvorsitzenden von Amaro Drom e.V. und einer Einführung in die Entstehung und Ziele der Aktionswochen ging es am ersten Tag um die kulturelle Vielfalt und die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Sinti und Roma.

In einem Podiumsgespräch kamen persönliche Geschichten und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig Kultur, Erfahrungen und Lebenswege innerhalb der Sinti- und Roma-Communitys sind – und wie wichtig es ist, diese Vielfalt selbst zu erzählen.

Auf dem Podium waren:

  • Charmaine Wagner, 1. Sinti Verein Ostfriesland
  • Margitta Steinbach, Vorsitzende von Meda Yek e.V.
  • Iovanka Gaspar, Filmemacherin und Regisseurin aus München
  • Riccardo M. Sahiti, Vorsitzender des Roma und Sinti Philharmoniker Orchesters

Wir durften uns außerdem über den Besuch von Michael Brand, Parlamentarischer Staatssekretär und Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma, freuen. Er eröffnete mit einem Grußwort unser Abendprogramm, welches von einer Ausstellung mit Arbeiten der Künstler*innen Concetta Dewus und Alfred Ullrich begleitet wurde. Dazu kamen musikalische Beiträge und ein Auftritt einer Balkan-Band. Zwischen Gesprächen, Kunst und Musik war Zeit, sich kennenzulernen, weiterzureden und neue Kontakte zu knüpfen.

 

Warum braucht es Upre Kethane?

Am zweiten Tag rückte die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Aktionswochen in den Mittelpunkt. Auf dem Podium ging es um Antiziganismus, gesellschaftliche Verantwortung und die Frage, welche Bedeutung selbstbestimmte Formate von Sinti und Roma haben und warum die Aktionswochen auch in Zukunft wichtig bleinen.

Mit dabei waren:

  • Mustafa Jakupov, stellvertretender Vorsitzender von MIA e.V. und eines der acht berufenen Mitglieder der neuen Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR nach 1945
  • Antonia Rösner, Geschäftsführerin des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche
  • Emran Elmazi, Projektleiter von „Upre Kethane!“
  • Diana Bastian, Landesverband Deutscher Sinti und Roma Saarland e.V.

In der Diskussion wurde deutlich: Es braucht ein Format, das die Kultur und Lebensrealitäten von Sinti und Roma ausdrücklich thematisiert, selbstbestimmt gestaltet wird und Akteur*innen bundesweit miteinander verbindet. Upre Kethane bringt dafür Organisationen und Initiativen aus unterschiedlichen Regionen zusammen und schafft Möglichkeiten für Austausch, Zusammenarbeit und gemeinsame Aktivitäten.

Gleichzeitig geht es darum, Antiziganismus als eigenständige Form des Rassismus mit seiner spezifischen Geschichte und gesellschaftlichen Verankerung stärker ins Bewusstsein zu rücken. Die Aktionswochen machen dabei nicht nur auf bestehende Herausforderungen aufmerksam, sondern setzen auf Begegnung, Kultur, Bildung und die Perspektiven der Menschen, um die es geht.

 

Gemeinsam weiterdenken

Ein wichtiger Teil des zweiten Veranstaltungstages waren die Arbeitsgruppen. Hier ging es weniger um Podiumsdiskussionen und mehr um den gemeinsamen Austausch: Welche Erfahrungen bringen die verschiedenen Projekte mit? Was brauchen die Initiativen für ihre Arbeit? Wo gibt es gemeinsame Interessen und Möglichkeiten für zukünftige Zusammenarbeit?

Die Arbeitsgruppen boten Raum, Erfahrungen aus unterschiedlichen Regionen zusammenzubringen, konkrete Fragen zu diskutieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei zeigte sich auch, wie unterschiedlich die Projekte sind – und wie viele Anknüpfungspunkte es trotzdem gibt.

Gerade diese Verbindung von unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven ist ein wichtiger Teil von Upre Kethane. Die Aktionswochen sind nicht nur eine Reihe einzelner Veranstaltungen, sondern bringen Menschen und Organisationen aus verschiedenen Teilen Deutschlands miteinander in Kontakt.

 

Jetzt geht es bundesweit weiter

Mit dem Auftakt in Berlin sind die ersten bundesweiten „Upre Kethane! – Aktionswochen Sinti Roma“ gestartet. Bis zum 5. November finden bundesweit Veranstaltungen der 26 geförderten Projekte statt. Dazu kommen weitere Kooperationsveranstaltungen, die sich dem gemeinsamen Anliegen anschließen.

Ob Kulturveranstaltung, Gespräch, Workshop, Film, Fest oder andere kreative Formate: Die kommenden Wochen zeigen, wie vielfältig das Leben von Sinti und Roma ist und wie unterschiedlich die Wege sind, sich mit Kultur, Geschichte, Gegenwart und Antiziganismus auseinanderzusetzen.

Alle Veranstaltungen und Termine findet ihr in unserer interaktiven Karte.

 

Danke für den gemeinsamen Auftakt!

Wir bedanken uns bei allen, die die Auftaktveranstaltung mitgestaltet, mitdiskutiert und besucht haben. Danke an die Vertreter*innen der 26 Projekte, unseren Beirat, die Podiumsgäste, Künstler*innen und Musiker*innen sowie an alle Organisationen und Initiativen, die ihre Perspektiven und Erfahrungen eingebracht haben.

Und vor allem: Danke für die vielen Gespräche, neuen Kontakte und Ideen, die wir alle mitnehmen.

Die Aktionswochen haben begonnen und wir freuen uns darauf, Upre Kethane in den kommenden Wochen gemeinsam mit euch weiterzuführen.

Gemeinsam in Berlin

05.10. und 06.10.

Zwei Tage voller Austausch,
Begegnung und Vernetzung.